Alles über Anabolika

Sustanon - das 4-Komponenten Testosteron

Beschreibung

Sustanon ist seit Jahren eines der beliebtesten, und zugleich am häufigsten von Bodybuildern / Kraftsportlern genutzen Anabolikapräparate. Sustanon ist Markenname der Firma Organon. Um Sustanon herrscht allerdings auch ein Irrglaube, man sagt, dass durch die 4 verschiedenen Esterbindungen ein zeitlich idealer Wirkstoffverlauf stattfindet. Dem ist aber leider nicht so, daher möchte ich kurz auf die Hintergründe eingehen, um meine Behauptung zu untermauern. Viele von Euch werden sicherlich die Herstellerkurve zu Testo Depot® (Enantat) kennen.Die Basalkonzentration wird dort mit 4 ng/ml angegeben. Beim jungen Mann liegt diese sicherlich etwas höher als dort angegeben, aber das tut nicht wirklich was zur Sache. Nach der Injektion von 250 mg Testosteron Enantat® erreicht uns der höchste Peak in etwa 24 h nach der intramuskulären Injektion. Als höchster Punkt wird ein Wert von ~14 ng/ml angegeben. Bei Sustanon erreicht uns dieser Peak bereits wenige Stunden nach der intramuskulären Injektion. Dann kommt es zu maximalen Spiegel im supraphysiologischen Bereich, und es kommt zu einem starken Peak von etwa 30 ng/ml. Dieser extreme Ausschlag des Spiegels wird durch die kurzen Ester (propionat / phenylpropionat) hervorgerufen. Und was das bedeutet sollten wir alle ja langsam wissen: Hoher Peak = rapider Anstieg der Nebenwirkungen. Dieser Punkt macht 4-Komponenten Testosterone nicht konkurrenzfähig gegenüber anderen estergebundenen Single-Testosteronen, wie Cipionat / Enantat / Propionat.

Die Darreichungsform von Sustanon ist mit 250 mg pro Ampulle angegeben. Sustanon ist in der Größenordnung von 1 ml a´ 250 mg aber auch zu 10 ml a´ 250 mg erhältlich. Letzteres gibt es nur als Schwarzmarktpräparat. Die Haltbarkeit beträgt 5 Jahre. Der beste Aufbewahrungsort ist eine Schublade bei Zimmertemperatur. Lichteinwirkung sollte vermieden werden. Der Anteil an Bezylalkohol ist für gewöhnlich sehr hoch. Deshalb ist es empfehlenswert nicht mehr als 1 ml pro Injektionslokalität zu spritzen.Werden größere Mengen gespritzt kann es zu Komplikationen kommen, denn Alkohol ist nichts anderes als ein Zellgift. Es stirbt lokal Gewebe ab, und ist das zuviel für unseren Organsimus kann es zu einer starken Entzündung -bis hin zu einem Spritzenabszess kommen.

Nun möchte ich etwas genauer auf die Wirkmechanismen und andere relevate Dinge eingehen. Testosteron hat ein Molekulargewicht von 288,429 g/mol. Seine chemische Formel lautet 4-androstene-3-one,17beta-ol. Die verschiedenen Ester 344,5 g/mol(-propionat), 420,6 g/mol(-phenylpropionat ), 386,6 g/mol(-isocaproat ) und 442,7 g/mol(-decanoat ). Sustanon wird nach der intramuskulären Injektion recht schnell ins Blut abgegeben. Dabei ist der Anstieg erst hoch, dann aber langsam auslaufend (so wie bei allen Estern üblich) Die Halbwertszeit, die sich aus der Freisetzung aus dem Muskel, Hydrolyse, Verteilung und letztendlich der Elemination [-50%] zusammensetzt, liegt beim Sustanon bei etwa 7 > 8 Tagen. Nach etwa 3 Wochen ist der Spiegel wieder auf Ausgangsniveau. Die Halbwertszeiten der Ester sind unterschiedlich kurz bzw. lang. Vom Propionat(chem. Struktur:C3 H5 O2) sind 30 mg enthalten, welche wiederum einen tatsächlichen Testogehalt von etwa 25, 11 mg entsprechen. Die Halbwertszeit des Propionatesters (nur Ester) beträgt in etwa ~19 h. Vom Phenypropionat (chem. Struktur: C9 H9 O2) sind 60 mg enthalten. Vom Isocaproat sind ebenfalls 60 mg enthalten. Oder beispielsweise vom Decanoat (chem. Struktur: C10 H19 O2) sind 100 mg enthalten, die wiederum einem tatsächlichen Testosterongehalt von 65,15 mg entsprechen. Die Halbwertszeit des Decanoatesters beträgt in etwa 6 Tage und ist damit der längste Ester im Sustanon.

Nach der intramuskulären Injektion werden dann im Blut die Reste der Ester vom Testosteronmolekül abgespalten. Dies geschieht durch Enzyme, die sogenannte "Esterasen". Testosteron katalysiert endogen zu stark androgenen Dihydrotestosteron (DHT). Seine Androgenität ist gegenüber Testosteron nur so hoch, weil es eine unglaubliche Bindungsaffinität zum Rezeptor hat. Die Konvertierung geschieht über ein Enzym das sich 5-alfa-Reduktase-Enzym (5aR) nennt. Von diesem Enzym gibt es zwei Unterarten, einmal 5aR-Isoenzym- Typ-I & 5aR-Isoenzym-Typ-II. Ich werde im weiteren Verlauf dieses Artikels näher auf die Zusammenhänge des Typs I & II eingehen. Wie wirkt Testosteron? Diese Frage ist sicherlich für viele von Euch sehr interessant, und zugleich ein sehr komplexes Thema. Erstmal generell: Im Blut wird Testosteron an SHBG (Sexualhormon bindendes Globulin) gebunden, wodurch es zur Zielzelle gelangt. Alle Steroidmoleküle sind fettlöslich, und können durch passive Diffusion in jede beliebige Zelle eindringen. Die Empfangsrezeptoren (zytosolisch) von Steroidmolekülen befinden sich im Zellinneren. Durch das Verbinden wird die RNS-Polymerase stimuliert, wodurch wiederum die Genexpression durch Transkription ausgelöst wird, und damit die DNS (Desoxyribunukeinsäure) abhängige Synthese der Boten-RNS auch "mRNS" (messenger Ribonukleinsäure) genannt, stattfinden kann. Dann verlässt die mRNS den Zellkern ins Zytoplasma und die an Ribosomen gebundene Information löst die Proteinbiosynthese aus. Dadurch kommt es, vereinfacht ausgedrückt, zur "Wirkung" des Steroidmoleküls.

Nebenwirkungen

Eine der übleren Nebenwirkungen ist wohl das Wachstum des Herzmuskels. Testosteron forciert - wie auch alle anderen AAS - das Wachstum des Herzens, und stellt deshalb eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Das Risiko lässt sich aus meiner Sicht durch moderate Dosierungen mindern. In dieser Hinsicht ist es ähnlich dem hGH (human Growth Hormon), moderate Dosierungen und das Wachstum von Organen bleibt sehr gering. Fährt man die Einheiten hoch, sieht das Bild schon wieder anders aus. Ganze Körperpartien beginnen sich zu verändern. Ein anderer Punkt ist das Wachstum der Prostata. Durch die Katalysierung zu Dihydrotestosteron (DHT) steigt neben der Verschlechterung des Hautbildes, auch eine Vergrößerte Prostata und im schlimmsten Fall sogar Krebs. Eine Weitere Eigenschaft von DHT ist Haarausfall (Alopezie). Je nach genetischer Disposition tritt diese Art der Nebenwirkungen bei dem einen stark, und bei dem anderen weniger stark in Erscheinung. Es gibt sogar Bodybuilder, die selbst bei 1 Gramm Testo die Woche kein Haar verlieren. Genetik ist alles! Für alle Anderen: Abhilfe können hier 5alfa-Reduktase-Inhibitoren (5aRI´s) wie Proscar®/Propecia® schaffen, dessen Wirkstoff als"Finasterid" bekannt ist. Man muss dazu aber wissen, dass es zwei Typen des 5aR-Enzyms gibt. Zum einen Isoenzym Typ I sowie Isoenzym Typ II. In der Prostata & Kopfhaar spielt Isoenzym Typ II die Hauptrolle. Mit Finasterid kann man erstklassig entgegenwirken.

In der Haut, speziell der Talgdrüsen, geht es um Isoenzym Typ I, der durch Finasterid leider nicht gehemmt wird. Abhilfe kann hier ein neuer Dual-Reduktasehemmer sein, dessen Wirkstoff "Dutasterid" heißt. Laut Phase-III Studien ist dieser sehr vielversprechend. Er hemmt neben Isoenzym Typ I auch Typ II. Typ I wird um ein vielfaches gegenüber Typ II gehemmt. Mein Vorschlag lautet: Beginnend mit 4 Stück, dann bei jeder Sustainjektion entsprechend des Intevalls pro Tag jeweils eine Tablette. Das bedeutet also wir starten am ersten Tag mit 4 Stück. Angenommen wir spritzen jeden 4. Tag eine Sustanon, dann würde das bedeuten, dass wir zusätzlich jeden 4. Tag auch 4 Tabletten mit Dutasterid einnehmen. Bei 5 Tagen entsprechend jeden 5. Tag fünf Tabletten. Aber Vorsicht, diese Unterdrückung des DHT´s kann Wechselwirkungen hervorrufen. Unterdrückt man DHT zu stark, kann Östradiol (E2) entsprechend ausschreiten, weil das Verhältnis zu Gunsten der Östrogene ausschweift und die Gynogefahr steigt an. Vor allem während der Absetzphase ist dies ungeeignet. Es gab sogar schon Fälle von Feminisierungserscheinungen (spez. Gynäkomastie) beim Mann. Deshalb ist anzuraten zusätzlich einen Aromataseinhibitor in moderaten Dosierungen einzunehmen, zum Beispiel Arimidex (Anastrozol) 0,25 mg pro Tag. Oder 0,625 mg Femara (Letrozol) alle 1 bis 2 Tage in die Absetzphase mit einzubauen.

Anmerkend möchte ich aber noch betonen, dass 5aRI´s den Prozess des Haarausfalls nur aufhalten können, ihn jedoch nicht 100 % unterdrücken können. Neben dem DHT-Wechselspiel spielen Östrogene auch eine wichtige Rolle. Testosteron gehört ja bekanntlich zu der Gruppe der leicht aromatisierenden AAS (anaboles androgenes Steroid). Neben der Wasserretention ist die Gefahr einer Gynäkomastie wohl eine der gefürchtetsten Nebenwirkungen - wer möchte schon aussehenn wie seine Frau... Schutz bieten hier Östrogenrezeptorblocker wie Nolvadex (Tamoxifencitrat). Er unterbindet das Andocken an Rezeptoren im Brustgewebe und damit beugt es einer Vergrößerung der männlichen Brust bedingt durch das konvertierte Östradiol vor. Eine Wasserretention kann mit Östrogenrezeptorenblockern aber nicht verhindert werden. Eine wirkungsvollere Möglichkeit stellen moderne Konversionshemmer, auch Aromatasehemmer genannt, wie Arimidex®, Femara® & Aromasin® dar. Sie verhindern von Grund auf das Aromatisieren. Doch das Unterdrücken der Östrogene hat nicht nur positive Eigenschaften. Etwas Östrogen sollte immer vorhanden sein, da es zum einen unsere Blutfettwerte schützt, und zum anderen ebenfalls eine anabole Komponente hat. Mein Vorschlag lautet daher als Grenzwert: 0,5 mg Arimidex®; 0,625 mg Femara® oder 6,25 mg Aromasin pro 500 bis 600 mg Testosteron. Während einer Diät kann es auch mehr sein, dann muss man aber mit einer erheblicher Verschlechterung der Cholesterinwerte rechnen. Es kommt durch exogenes Testosteron ausserdem zu einer Unterdrückung der endogenen Hormon-Synthese. Dies geschieht über die negative Rückkopplung von GnRH (Gonandotropines Releasing Hormon), welches LH steuert. Die Pulsfrequenz wird herabgesetzt, und den Hoden bzw. den Leydigen Zellen wird vermittelt einfach weniger Testosteron zu produzieren. Im Extremfall wird die Produktion gar gänzlich gestoppt. Die FSH Sekretion (Folikel stimmulierendes Hormon) wird durch ein Proteohormon namens "Inhibin" gehemmt. Daraus resultiert mittel- / langfristig ein Schrumpfen der Hoden, welches aber durch hCG (humanes Choriongonadotropin) abgefangen werden kann.
Doch bitte vorsichtig sein, hCG kann auch dauerhafte Schäden der GnRH-Pulsfrequenz hervorrufen. Deshalb sollten man nach Möglichkeit häufig applizieren, und nur mit geringen Mengen um die 200 - 300 i.E. täglich arbeiten. Letztendlich ist dies aber nur ein kosmetischer Eingriff. Die Hodenausgangsgröße wird einige Zeit nach Absetzen der Kur wiederhergestellt - selbst ohne hCG, deshalb schlage ich vor, dass nach Möglichkeit auf hCG verzichtet wird.

Dosierung

Die Dosierungen reichen von mageren 250 mg alle 7 bis 9 Tage, bis hin zu Wochendosierungen die weit über 2 Gramm reichen... Von solch erschreckenden Dosierungen möchte ich hier allerdings ersteinmal Abstand nehmen. Was wichtiger ist, sind Dosierungen, die für den Hobbyathleten sinnvoll sind, d.h. im Bereich von 250 bis 500 mg pro Woche. Für einen Anfänger empfiehlt es sich langsam an die Kur heranzugehen. 250 mg pro Woche wären denkbar. Bei einem Gewicht ab 100 kg kann man ruhig bis auf 350 mg pro Woche (250 mg auf 5 bis 6 Tage) gehen. Bei Folgekuren und dem entsprechendem Gewicht, kann man die Intervalle weiter kürzen. Zum Beispiel so: 250 mg auf 4 bzw. gar 3 Tage. Für Diätzwecke die obligatorischen plus 30-40 % mehr Testosteron. Das bedeutet, wer mit einer Wochendosis von 250 mg arbeitet, der kann hier ruhig rauf gehen auf 350 mg. Bei 350 mg pro Woche würde ich dann das Intervall um 1 bis 2 Tage kürzen, um dann auf die angestrebten 500 mg pro Woche zu gelangen. Das sieht dann z.B. wie folgt aus: Tag 3; 7; 10; 13; 17; 20; 24 u.s.w . Bis etwa 350 mg Sustaonn250® reicht Zink zwecks Konversionhemmung recht gut, bei manchen auch noch weiter bis 500 mg. Für die empfindlichen Roiduser bedeutet das also, dass zusätzlich möglichst ein zweiter Konversionhemmer ins Spiel gelangt. Weit verbreitet und ausreichend für unsere Zwecke ist Arimidex® (Anastrozol). 0,25 mg pro Tag sollten hier ausreichend sein. Für extrem empfindliche Bodybuilder dürfens auch 0,5 mg Arimidex pro Tag sein. Viel höher würde ich aber nicht gehen, denn dies würde in einer Verschlechterung des Cholesterinspiegels und dessen Spätfolgen enden. Östrogene also niemals ganz unterdrücken. Bsp.: 1 Aromasin bei 250 mg Testostero n pro Woche....die Folgen für die Gesundheit würden kritisch sein.

Stacks

Generell ist Sustanon ein ideales Stackroid. Am besten kann man es mit einem Vertreter der Familie "anabol" kombinieren.- Denkbar wären hier vor allem Deca Durabolin® (19-Nortestosteron oder auch Nandrolon genannt) oder Primobolan Depot® (Metenolonenantat). Das Problem beim Primobolan Depot® ist leider die Verfügbarkeit. Vieles was momentan auf dem Markt herumschwirrt, sind Fakes, die teilweise erstklassig aussehen. Klassisch kann auch Dianabol (Methandrostenolon) in die nähere Auswahl kommen. Letzteres würde ich wegen der 17-alfa-Alkylierung und dem daraus resultierenden hepatotoxischen Potential nochmals überdenken. Ein guter Stack für Anfänger -mäßig Fortgeschrittene könnte demnach so aussehen:

Deca Durabolin®:
Woche 1: 2 x 300 mg
Woche 2 - 12: 200 mg jeden 5. Tag
...dann off!

Sustanon:
Woche 1 - 12: 250 mg jeden 6. Tag (*2
...dann off!

Testosteron Propionat®:
Woche 13 - 14: 3 x 50 mg
Woche 15 - 16: 2 x 50 mg
Woche 17 - 19: 2 x 25 mg


Dann raus mit Clomifencitrat:
1.Tag 4 x 50 mg p.T.
2.2. - 28. Tag: 1 x 50 mg p.T.
3.29. - 42. Tag: 1 x 25 mg (*1


(*1= Nur falls der Testospiegel immer noch weit unten ist.
(*2= Zink kann hier ruhig genommen werden. Die Praxis zeigt das es nur kritisch in Verbindung mit Finasterid ist.

Ein anderes Beispiel wäre mit Dianabol (Methandienon / Methandrostenolon):

Dianabol:
Woche 1-6: 2 x 10 mg pro Tag
...dann off!
Sustanon:
Woche 1 - 12: 250 mg jeden 6. Tag (*2
...dann off!


Testosteron Propionat®:
Woche 13 - 14: 3 x 50 mg
Woche 15 - 16: 2 x 50 mg
Woche 17 - 19: 2 x 25 mg
Dann raus mit Clomifencitrat:
Tag 1: 4 x 50 mg
Tag 2. - 28: Tag: 1 x 50 mg

Kurlänge

Man muss sich eins vor Augen führen: Muskeln bauen sich, egal ob mit oder ohne Stoff, nicht über Nacht auf! Deshalb sind lange Kuren von mind. 12 Wochen (besser 16-20 Wochen) empfehlenswert. Langsam aber sicher sollte es sich durchgesetzt haben, dass Kurz-Kuren der Vergangenheit angehören. Wir kennen ja das bekannte Problem: es wird viel gefahren, dann aber nur über einen kurzen Zeitraum von um die 8-10 Wochen. Man zieht viel Wasser und wird durch ein zu hohes Kalorienplus fetter und fetter...dann kommt der Punkt wo die Kur zu Ende ist, und später fällt man zusammen und kann kaum etwas halten. Aber was soll man da auch halten? Fett & Wasser sollten sicher nicht gemeint sein, Muskelmasse? Da bleibt nur die Frage um welche es sich hierbei handelt. In der kurzen Kurzeit kann es jedenfalls nicht viel gewesen sein, denn selbst mit Stoff kann man froh sein, wenn man auf ein paar wenige Kilogramm pro Kur kommt. Und dies ist schon hochgerechnet. Natural belaufen sich die Zuwächse an Muskelmasso pro Jahr, im Schnitt auf wenige Kilogramm. Und das ist nicht irgend ein Bodybuilding-Märchen sondern spiegelt die Realität wieder. Wären die Zuwächse so hoch wie oftmals behauptet, müssten ja die meisten wie die reinsten Fleischberge ausschauen. Ich denke dies ist aber auch darauf zurückzuführen, dass nicht zwischen Muskelmasse und Masse allgemein differenziert wird. Wie sagt man so schön: Muskeln kann man anspannen, aber Fett nicht. Und Sorgen um die endogene Testosynthese braucht man sich auch nicht zu machen. Ob nun 8 Wochen oder 20 Wochen - es kommt letztendlich auf das Gleiche raus. Die Testowerte sind bei Null!

Absetzen

Generell gibt es mehrere Wege wie man Sustanon, oder einen Stack aus Sustanon & Medikament xy, absetzen kann:

Variante I, und damit klassisch ohne weitere Medikamente zu nutzen, wäre das Ausschleichen wie in der Endokrinologie, d.h. man verringert die Dosis zum Ende der Kur, von sagen wir 2 x 250 mg pro Woche, auf 1 x 250 mg pro Woche. Dann setzt man sein Ziel auf einen kürzeren Ester. Ideal ist hier Testosteron Propionat® mit seiner recht geringen Halbwertszeit von etwas über 24 h. Das schaut dann so aus: Bei Verzicht auf Antiöstrogene wie Nolvadex® / Clomid® ist ein Ausschleichen sicher die schonendste Alternative. 3 bis 4 Wochen 3 x 50 mg Testo Propionat®/ pro Woche (eff. ca. 126 mg Testosteron), weiter geht es mit 2 (maximal 3) Wochen 2 x 50 mg Testo Propionat® pro Woche (eff. ca. 84 mg Testosteron). Zum Schluss ruhig nochmal 2-3 Wochen auf 50 mg Testo Propionat® Wochendosis (eff. ca. 42 mg Testosteron), am besten im zirkadianen Rythmus, also direkt morgens. Zusätzlich würde ich noch 0,25 mg Arimidex® pro Tag ergänzend zum Einsatz bringen, um Östrogenen entsprechend entgegenzuwirken. Achso, generell gilt: je häufiger injiziert wird umso besser ist das für uns. Dabei sind kleine Mengen das A & O. Statt der 2 x wöchentlich 50 mg Testo Propionat®, sind 4 x wöchentlich 25 mg Testo Propionat® optimaler. Man kann das Spielchen natürlich auch noch weiter treiben, und die Dosis nochmals für einige Wochen auf z.B. 2 x 12,5 mg reduzieren. Wenn die Kur nun 20 oder 22 Wochen dauert (mit Ausschleichen) dann macht das auch nichts. Diese letzten Wochen sollten eher als kleine Korrektur des endokrinen Systems dienen und machen den Braten letztendlich auch nicht fetter...

Variante II, und damit das Nutzen von Absetzmedikamenten. Fangen wir an mit Clomifencitrat. Umganssprachlich auch "Clomid" genannt. Es ist ein SERMs (selective estrogen receptor modulator). Am Hypothalamus wirkt es wie ein A-Östrogen, an der Hypophyse hingegen als Östrogenagonist. Führt man nun oral Clomid zu, so wird die Ausschüttung des GnRH (Gonadotropines Releasing Hormon) gefördert. Dies wiederum resultiert in einem Anstieg des LH (Luthenisierungs-Hormon) und FSH (Folikel-Stimulierendes-Hormon). Mein Vorschlag: Tag 1: 4 x 50 mg; Tag 2: 3 x 50 mg; Tag 3: 2 x 50 mg; Tag 4-28: 1 x 50 mg pro Tag. Sollten die Testowerte dann immer noch weit unten sein, dann fortfahren mit 14 Tagen zu täglich 25 mg. Für diejenigen, die empfindlich auf Clomifencitrat reagieren (Hitzewallungen, Sehstörungen etc.) ist ein Mini-Frontload auch denkbar. Dies sieht so aus, dass an Tag X(1) mit 4 x 50 mg gestartet wird. Dann gehts mit den üblichen 1 x 50 mg pro Tag weiter. Auch hier 4 Wochen, dann Testowerte checken lassen, evtl. dann mit 14 Tagen zu je 25 mg fortfahren.

Variante III, ebenfalls per Medikament. Hier wird nun Nolvadex® genutzt, dessen Wirkstoff Tamoxifencitrat ist. Tamoxifencitrat ist ebenfalls SERM, und weist ähnliche Eigenschaften wie Clomifencitrat auf. Der Vorteil beim Tamoxifencitrat liegt in der besseren Verträglichkeit. Vor allem die psychische Komponente ist hier weitaus weniger stark ausgeprägt.Sehstörungen sind auch sehr selten und insgesamt ist die Verwendungsdosis im Vergleich zum Clomid geringer. Im Durchschnitt reichen 20 bis 30 mg pro Tag. Und die Anwendungsdauer beträgt ebenfalls 4 bis 6 Wochen. Mein Vorschlag: Tag 1 - 7 jeweils 60 mg, dann fortfahren mit täglich 20-30 mg.

Variante IV, sie ist ein Stack aus beiden Wirkstoffen und wird üblicherweise bei stärkeren Achsenproblemen angewand. In diesem Fall gilt ´lang und niedrig dosiert´, man möchte ja auch möglichst Nebenwirkungs-arm vorgehen. 25 bis 50 mg Clomid pro Tag in Verbindung mit 20-30 mg Tamoxifen pro Tag als Richtwert. Einen Frontload kann man machen - ist jedoch nicht Pflicht!

Fazit

Sustanon ist wie alle anderen Testosteronpräparate erstklassig für Aufbauphasen geeignet. Findet der richtige Einsatz statt, so kann man sogar damit cutten. Wäre da nicht der Nachteil der 4 verschiedenen Esterkoppelungen, dann wäre es sicher noch besser einsetzbar, und wäre mit Sicherheit auch hier in Deutschland ein zugelassenes Medikament.

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